Heilsordnung. Glaube und Rechtfertigung.
Mel.: „O Gott, du frommer Gott“ (2. Cor. 13, 5)
1) Versuchet euch doch selbst,
Ob ihr im Glauben stehet,
Ob Christus in euch ist,
Ob ihr ihm auch nachgehet
In Demut und Geduld,
In Sanftmut, Freundlichkeit,
In Lieb dem Nächsten stets
Zu dienen seid bereit.
2) Der Glaube ist ein Licht,
Im Herzen tief verborgen,
Bricht als ein Glanz hervor,
Scheint als der helle Morgen,
Erweiset seine Kraft,
Macht Christo gleich gesinnt,
Erneuert Herz und Mut,
Macht dich zu Gottes Kind.
3) Er schöpft aus Christo Heil,
Gerechtigkeit und Leben,
Und wills in Einfalt auch
Dem Nächsten wiedergeben.
Dieweil er überreich
In Christo worden ist,
Preis er die Gnade hoch,
Bekennet Jesum Christ.
4) Er hofft in Zuversicht
Was Gott im Wort zusaget;
Drum muß der Zweifel fort,
Die Schwermut wird verjaget.
Sieh, wie der Glaube bringt
Die Hoffnung an den Tag,
Hält Sturm und Wetter aus,
Besteht in Ungemach.
5) Aus Hoffnung wächst die Lieb‘:
Weil man aus Gottes Händen,
Nimmt alle Dinge an,
Nicht zürnen mag, nicht schänden.
Denn alles uns zu Nutz
und Besten ist gemeint;
Drum dringt die Liebe durch
Auf feeunde und auf Feind‘.
6) Wir waren Gottes Feind‘:
Er gibt vom Himmelsthrone,
Sein eingebor’nes Kind,
Er liebt uns in dem Sohne,
Setzt Liebe gegen Haß;
Wer gläubig das erkennt,
Wird bald in Lieb‘ entzünd’t,
Die allen Haß verbrennt.
7) Wie uns nun Gott gethan,
Thun wir dem Nächsten eben:
Droht er uns mit dem Tod,
Wir zeigen ihm das Leben;
Flucht er, so segnen wir;
In Schande, Spott und Hohn
Ist unser bester Trost
Des Himmels Ehrenkron‘.
8) Legt Gott zur Prüfung auf,
Ein schweres Kreuz zu tragen,
Der Glaube bringt Geduld,
Macht leichter alle Plagen.
Statt Murren und Verdruß
Wird das Gebet erweckt,
Weil aller Angst und Not
Von Gott ein Ziel gesteckt.
9) Man lernet nur dadurch
Sein Elend recht verstehen,
Wie auch des Höchsten Güt‘,
Hält an mit Bitten, Flehen,
Verzaget an sich selbst
Erkennet sich für nichts,
Sucht bloß in Christo Kraft,
Im Ursprung alles Lichts.
10) Man traut auf Sein Verdienst,
Erlanget Geist und Stärke,
In solcher Zuversicht
Zu üben gute Werke;
Steht ab vom Eigensinn,
Flieht die Vermessenheit,
Hält sich in Gottes Furcht
Im Glück und schwerer Zeit.
11) So prüfe dich denn wohl,
Ob Christus in dir lebet;
Denn Christi Leben ist’s,
Wonach der Glaube strebet;
Erst machet er gerecht,
Dann heilig, wirket Lust
Zu allem guten Werk.
Sieh, ob du auch so thust.
12) O Herr, so mehre doch
In mich den wahren Glauben,
So kann mir keine Macht
Der guten Werk‘ berauben.
Wo Licht ist, geht der Schein
Freiwillig davon aus;
Du bist mein Gott und Herr,
Bewahr mich als dein Haus!
Joachim Justus Breithaupt (1658-1732)
Liedtext: 1705, nach Joachim Justus Breithaupt (1658-1732)
Melodie: 1679, bei Ahasverus Fritsch (1629-1701)
Andere Melodie: 1710, Johann Georg Christian Störl (1675-1719)
Quelle:
Lied Nr. 389, in: Evangelisches Gesangbuch für die Provinz Pommern, Stettin 1918, S. 174f. (Herausgegeben aufgrund der Beschlüsse der pommerschen Provinzial-Synode mit Genehmigung der kirchlichen Behörden)
Weblinks und Verweise
Melodie von Lied Nr. 37, in: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe 1912, S. 52, Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart (mit 1stimm. Notensätzen: Erste Weise Meiningen 1693/Zweite Weise bei A. Fritsch 1679 „O Gott, du frommer Gott“ )
Notensatz, 4stimmig (pdf, J. Störl, externer Link zu Hymnary.org)
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Notensatz, 4stimmig (pdf, A. Fritsch, externer Link zu Hymnary.org) ![]()
Eingestellt am 5. Januar 2026
(Letzte Überarbeitung am 2. Oktober 2026)

